Wiederherstellung und Sicherung der Ökosystemfunktionalität des Madagassischen Bergwalds „Ambatotsirongorongo“

Projekt

Wiederherstellung und Sicherung der Ökosystemfunktionalität des Madagassischen Bergwalds „Ambatotsirongorongo“

Zoologischer Garten Köln AG

Projekt

Wiederherstellung und Sicherung der Ökosystemfunktionalität des Madagassischen Bergwalds „Ambatotsirongorongo“

Zoologischer Garten Köln AG

Profil


Organisation/Unternehmen
Zoologischer Garten Köln AG


Projektname
Wiederherstellung und Sicherung der Ökosystemfunktionalität des Madagassischen Bergwalds „Ambatotsirongorongo“


Projektzeitraum
15.03.2024 – 14.03.2027


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Projektpartner

Die Aktiengesellschaft Zoologischer Garten Köln (Kölner Zoo) ist bereits seit vielen Jahren im weltweiten Arten- und Naturschutz tätig. Im Jahr 2023 wurden beispielsweise 51 Projekte entweder als direkter, aktiver Projektpartner oder rein finanziell unterstützt. Ein geographischer Schwerpunkt des Kölner Zoo ist Madagaskar, einer der wichtigsten „Biodiversity Hotspots“ der Erde, gemessen an der biologischen Vielfalt und der ihrer gleichzeitigen Bedrohung. Madagaskar gilt gemessen am Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2024 außerdem als viertärmstes Land der Welt. Hier wird deutlich, dass nicht nur etwas für die Natur, sondern auch für die Menschen getan werden muss. Zusammen mit der madagassischen Partnerorganisation „Tropical Biodiversity Social Enterprise“ (TBSE) kümmert sich der Kölner Zoo seit Ende 2022 um den Schutz eines speziellen Ökosystems im besonders armen Süden Madagaskars.

Projektbeschreibung

Im Projektgebiet um den geschützten Bergregenwald „Ambatotsirongorongo“ wird seit Ende 2021 neu aufgeforstet. Die neuen Pflanzungen, sowie die verbliebenen Waldfragmente werden durch Patrouillen vor der Zerstörung geschützt. Die Wälder sind nicht nur für die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch für die umliegenden 14 Dörfer von essenzieller Bedeutung. Sie wirken wie ein „Schwamm“ indem sie Wasser speichern und es nach und nach wieder abgeben, so dass z.B. an den Hängen und im Tal Reisanbau betrieben werden kann. Leider schwand der Wald in den letzten Jahren durch Holzeinschlag und Brandrodung immer mehr, so dass der Wasserhaushalt immer unzuverlässiger wurde. Da die Menschen jedoch auf natürliche Ressourcen wie Feuerholz, Holz zum Bauen oder Platz für Felder angewiesen sind, müssen Alternativen angeboten werden. Durch die Wiederaufforstung, den Waldschutz und Angebote für die lokale Bevölkerung soll sich der Wald erholen und die Ökosystemleistungen wieder verlässlicher werden.

Projektziele

Das Hauptziel des Projekts ist es, die verbliebenen Waldfragmente und das neu entstehende Waldgebiet Ambatotsirongorongo, südwestlich von Fort Dauphin, nachhaltig zu schützen, sodass die einzigartige Biodiversität und die Ökosystemleistungen für die lokale Bevölkerung erhalten bleiben. Dies umfasst die Bereiche:

  1. Schutz der verbleibenden Waldfragmente gegen Eingriffe von außen, so dass die tierischen und pflanzlichen Gemeinschaften sowie die ökologischen Funktionen des Systems eine Chance haben, sich zu erholen.
  2. Schutz der wiederaufgeforsteten Gebiete, um Korridore zwischen den verbleibenden Fragmenten zu bilden und die bewaldete Fläche langfristig wieder zu vergrößern.
  3. Bewusstseinsbildung und Herstellung bzw. Verbesserung von nachhaltigen Einkommensmöglichkeiten und Handlungsalternativen, um die anhaltenden Bedrohungsfaktoren zu vermindern, durch:
    • Die Errichtung eines Trainingszentrums, in dem regelmäßige Schulungen im Kontext einer situativ ausgerichteten Erwachsenenbildung gehalten werden können.
    • Die Errichtung eines gemeinschaftlichen Informationszentrums, in dem sich Anwohner regelmäßig über den Stand und die Aktivitäten im Projektgebiet informieren, Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen (auch Schulen) gehalten werden, sowie politische Entscheidungsträger aller Ebenen eingeladen werden können. Weitere Zielgruppen sind beispielsweise Touristen, Wissenschaftler und Beschäftigte madagassischer Forschungsprojekte, Personal aus Natur- und Artenschutzorganisationen, oder Journalisten.

Projektstatus

Zoologischer Garten Köln AG Juni 2025

Das Projekt läuft planmäßig:

  • Dorfpolizisten / Patrouillen) aus 14 Dörfern führen regelmäßig ihre Kontrollgänge durch.
  • Training in der Nutzung der App « SMART» (Spatial Monitoring and Reporting Tool) mit dem Ziel, so dass Kontrollgänge randomisiert werden, sowie Daten zu illegalen Aktivitäten und Tierbeobachtungen mit dem Smartphone erfasst werden können.
  • Einführung eines Zebu-Teams als weitere Unterstützung der Patrouillen
  • Ein Kurzfilm über das Projekt wurde im April 2025 fertiggestellt.
  • Grundsteinlegung für den Bau des Informations- und Trainingszentrums im März 2025

Fotos:

 


Willkommens-Dinner des TBSE-Teams für die Gäste aus Köln (Dr. Johanna Rode-White und Bachelor-Studenten Marcel Khan und Moritz Einhaus).


Das neu etablierte Zebu-Team unterstützt die Patrouillen mit der Durchsuchung des Schutzgebietes nach unerlaubt weidenden Zebus. Freilaufende, weidende Zebus stellen ein großes Risiko für die Wiederaufforstung dar.


Es wurden drei Schutzhütten (Ranger Huts) gebaut, die die Patrouillen nutzen können und die die Präsenz im Schutzgebiet erhöhen.


Bau einer Schutzhütte


Schutzhütte im Schutzgebiet mit gutem Rundumblick


Der Bau des Informations- und Trainingszentrum wurde an 14.03.2025 mit einer Grundsteinlegung und einer traditionellen Zeremonie begonnen.